Gesundheit · Stand:
Vitamine-Tabelle: Tagesbedarf, Funktion und Lebensmittel
Der Mensch braucht 13 Vitamine: die vier fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie neun wasserlösliche – acht B-Vitamine und Vitamin C. Die Tabelle zeigt, wie viel davon Erwachsene laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich aufnehmen sollten. Beispiel Vitamin C: Frauen brauchen 95 mg, Männer 110 mg am Tag. Schon 100 g rote Paprika liefern 160 mg.
- Vitamine
- 13, davon 4 fettlöslich
- Vitamin C
- Frauen 95 mg, Männer 110 mg
- Vitamin D
- 20 µg ohne Eigenbildung
- Vitamin B12
- 4,0 µg pro Tag
| Vitamin | Löslichkeit | Frauen | Männer | Einheit | Art des Werts | Abweichungen nach Alter und Lebenslage |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vitamin A (Retinol) | fettlöslich | 700 | 850 | µg RAE | empfohlene Zufuhr | Männer ab 65: 800 |
| Vitamin D (Calciferol) | fettlöslich | 20 | 20 | µg | Schätzwert | gilt bei fehlender Eigenbildung in der Haut |
| Vitamin E (Tocopherol) | fettlöslich | 8 | 8 | mg | Schätzwert | keine |
| Vitamin K | fettlöslich | 60 | 70 | µg | Schätzwert | ab 51: Frauen 65, Männer 80 |
| Vitamin B1 (Thiamin) | wasserlöslich | 1,0 | 1,2 | mg | empfohlene Zufuhr | Männer 19–24: 1,3; ab 65: 1,1 |
| Vitamin B2 (Riboflavin) | wasserlöslich | 1,1 | 1,4 | mg | empfohlene Zufuhr | ab 51: Frauen 1,0, Männer 1,3 |
| Niacin (Vitamin B3) | wasserlöslich | 12 | 15 | mg NE | empfohlene Zufuhr | 19–24: Frauen 13, Männer 16; ab 51: Frauen 11; ab 65: Männer 14 |
| Pantothensäure (Vitamin B5) | wasserlöslich | 5 | 5 | mg | Schätzwert | keine |
| Vitamin B6 | wasserlöslich | 1,4 | 1,6 | mg | empfohlene Zufuhr | keine |
| Biotin (Vitamin B7) | wasserlöslich | 40 | 40 | µg | Schätzwert | keine |
| Folat (Vitamin B9) | wasserlöslich | 300 | 300 | µg FÄ | empfohlene Zufuhr | Schwangere 550, Stillende 450 |
| Vitamin B12 (Cobalamin) | wasserlöslich | 4,0 | 4,0 | µg | Schätzwert | keine |
| Vitamin C (Ascorbinsäure) | wasserlöslich | 95 | 110 | mg | empfohlene Zufuhr | Raucherinnen 135, Raucher 155 |
Werte pro Tag für gesunde Erwachsene, Stand der DGE-Referenzwerte (3. Auflage 2025). RAE = Retinolaktivitätsäquivalent, NE = Niacin-Äquivalent (1 mg Niacin oder 60 mg Tryptophan), FÄ = Folat-Äquivalent (1 µg Nahrungsfolat oder 0,5 µg Folsäure). Vitamin E als RRR-α-Tocopherol. Schätzwert = Bedarf nicht genau bestimmbar, angegeben ist eine angemessene Zufuhr.
| Vitamin | Wichtige Aufgaben | Gute Lebensmittelquellen |
|---|---|---|
| Vitamin A (Retinol) | Sehen, Immunabwehr, Zellentwicklung, Entwicklung des Embryos | Leber, Fisch, Käse; als Provitamin A in Paprika, Kürbis, Aprikosen und grünem Blattgemüse |
| Vitamin D (Calciferol) | Calcium- und Phosphatstoffwechsel, stabile Knochen, Muskelkraft | vor allem Sonnenlicht (Eigenbildung); in der Nahrung Fettfisch, Eier, manche Speisepilze |
| Vitamin E (Tocopherol) | Antioxidans, schützt ungesättigte Fettsäuren und Zellmembranen | Nüsse und Samen, Weizenkeime und daraus gepresste Öle |
| Vitamin K | Blutgerinnung, Knochenstoffwechsel | grünes Gemüse wie Spinat, Kohl und Salat, Milchprodukte, Fleisch, Eier |
| Vitamin B1 (Thiamin) | Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Reizleitung der Nerven | Vollkornprodukte, Samen, Hülsenfrüchte, Muskelfleisch |
| Vitamin B2 (Riboflavin) | Energie- und Eiweißstoffwechsel, Zellwachstum | Milch und Milchprodukte, Fisch, Innereien |
| Niacin (Vitamin B3) | Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fett- und Aminosäuren, Zellteilung | Fisch, mageres Fleisch, Innereien, Brot, Erdnüsse, Pilze |
| Pantothensäure (Vitamin B5) | Abbau von Fetten, Kohlenhydraten und Aminosäuren, Aufbau von Fettsäuren | in fast allen Lebensmitteln; reichlich in Fleisch, Fisch, Eiern, Vollkorn, Pilzen |
| Vitamin B6 | Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel, Bildung von Botenstoffen | Vollkorn, Hasel- und Walnüsse, rote Paprika, Sardinen, Makrele, Schweinefleisch |
| Biotin (Vitamin B7) | Energie-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, Zellwachstum | Innereien, Sojabohnen, gegarte Eier, Nüsse, Haferflocken, Pilze |
| Folat (Vitamin B9) | Zellteilung und Wachstum, Blutbildung | grünes Blattgemüse, Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Vollkorn, Kartoffeln, Eier |
| Vitamin B12 (Cobalamin) | Blutbildung (mit Folat), Fett- und Aminosäurestoffwechsel, Erbgut | in nennenswerter Menge nur in tierischen Lebensmitteln |
| Vitamin C (Ascorbinsäure) | Bindegewebe, Knochen und Zähne, Antioxidans | Paprika, Petersilie, Zitrusfrüchte, Kartoffeln, Spinat, Tomaten |
Zusammengefasst nach den Angaben der DGE zu den einzelnen Vitaminen.
| Lebensmittel | Vitamin C (mg je 100 g) | Menge für 95 mg – Frauen (g) | Menge für 110 mg – Männer (g) |
|---|---|---|---|
| Acerola | 1.690 | 6 | 7 |
| Hagebutte | 1.045 | 9 | 11 |
| Sanddornbeere | 450 | 21 | 24 |
| Guave | 273 | 35 | 40 |
| Schwarze Johannisbeere | 177 | 54 | 62 |
| Paprika, rot | 160 | 59 | 69 |
| Petersilie (Blatt) | 159 | 60 | 69 |
| Grünkohl | 156 | 61 | 71 |
| Rosenkohl | 129 | 74 | 86 |
| Paprika, grün | 117 | 81 | 94 |
| Brokkoli | 81 | 120 | 140 |
| Papaya | 80 | 120 | 140 |
| Kiwi | 71 | 130 | 150 |
| Rotkohl | 67 | 140 | 160 |
| Blumenkohl | 64 | 150 | 170 |
| Kohlrabi | 63 | 150 | 170 |
| Orange | 62 | 150 | 180 |
| Spinat | 57 | 170 | 190 |
| Erdbeere | 57 | 170 | 190 |
| Ananas | 53 | 180 | 210 |
| Zitrone | 51 | 190 | 220 |
| Weißkohl | 47 | 200 | 230 |
| Grapefruit | 40 | 240 | 280 |
| Orangensaft | 40 | 240 | 280 |
| Mango | 37 | 250 | 290 |
| Feldsalat | 35 | 270 | 310 |
| Mandarine | 30 | 320 | 370 |
| Tomate | 25 | 380 | 440 |
| Himbeere | 24 | 400 | 460 |
| Kartoffel, gekocht | 22 | 430 | 500 |
| Banane | 11 | 860 | 1.000 |
| Apfel | 10 | 940 | 1.080 |
| Gurke | 8 | 1.190 | 1.380 |
| Möhre | 3 | 2.950 | 3.420 |
Richtwerte aus dem Bundeslebensmittelschlüssel BLS 4.0 (Max Rubner-Institut), bezogen auf den essbaren Anteil. Der tatsächliche Gehalt schwankt mit Sorte, Reife, Lagerung und Zubereitung.
Ohne Acerola, Hagebutte, Sanddornbeere und Guave mit 273 bis 1.690 mg, die den Maßstab sprengen würden.
So liest Du die Vitamine-Tabelle
Die erste Tabelle nennt die Referenzwerte der DGE für Erwachsene zwischen 25 und 50 Jahren; abweichende Werte für andere Altersgruppen stehen in der letzten Spalte. Achte auf die Einheit: Manche Vitamine werden in Milligramm (mg) angegeben, andere in Mikrogramm (µg) – ein Tausendstel davon. Vom Vitamin B12 brauchst Du nur 4 µg am Tag, vom Vitamin C mit 95 bis 110 mg mehr als 23.000-mal so viel.
Die DGE unterscheidet zwei Arten von Werten. Eine empfohlene Zufuhr deckt den Bedarf nahezu aller gesunden Menschen einer Gruppe. Lässt sich der Bedarf nicht genau bestimmen, gibt sie einen Schätzwert für eine angemessene Zufuhr an – das gilt für die Vitamine D, E, K, B12, Biotin und Pantothensäure. Gemeint ist die durchschnittliche Zufuhr über einen längeren Zeitraum – ein Tag mit weniger Gemüse ist kein Problem.
Fettlösliche und wasserlösliche Vitamine
Die Vitamine A, D, E und K lösen sich in Fett. Der Körper nimmt sie zusammen mit Fett aus der Nahrung auf und kann sie speichern. Deshalb rät die DGE, zu Paprika, Kürbis oder Blattgemüse etwas Fett zu essen, etwa einen Teelöffel Öl, damit das Provitamin A gut aufgenommen wird. Weil sich fettlösliche Vitamine anreichern können, sind hoch dosierte Präparate nur nach Rücksprache sinnvoll.
Die B-Vitamine und Vitamin C lösen sich in Wasser. Sie gelangen beim Kochen leicht ins Kochwasser, Vitamin C ist zudem hitzeempfindlich. Kurz garen, wenig Wasser verwenden und Gemüse auch mal roh essen hilft, die Vitamine zu erhalten.
Vitamin C: Gehalt in Lebensmitteln
Die dritte Tabelle zeigt den Vitamin-C-Gehalt von 34 Lebensmitteln und wie viel Gramm Du davon für den Tagesbedarf essen müsstest. Spitzenreiter sind Acerola, Hagebutte und Sanddorn, im Alltag liefern Paprika, schwarze Johannisbeeren, Petersilie, Grünkohl und Rosenkohl am meisten. Bei roter Paprika reichen rund 59 g für den Bedarf einer Frau, beim Apfel wären es fast ein Kilogramm (940 g).
Raucherinnen und Raucher brauchen mehr: 135 beziehungsweise 155 mg am Tag. Weitere Nährwerte wie Kalorien und Eiweiß findest Du in der Kalorientabelle und der Protein-Tabelle, die Erntezeiten von Obst und Gemüse im Saisonkalender.
Sonderfälle: Vitamin D und Vitamin B12
Vitamin D bildet der Körper selbst, wenn Sonnenlicht auf die Haut fällt. Über die Nahrung nehmen Jugendliche und Erwachsene laut DGE nur etwa 2 bis 4 µg am Tag auf. Der Schätzwert von 20 µg gilt ausdrücklich für den Fall, dass keine Eigenbildung stattfindet; bei häufigem Aufenthalt in der Sonne lässt sich eine gute Versorgung auch ohne Präparat erreichen.
Vitamin B12 steckt in nennenswerter Menge nur in tierischen Lebensmitteln. Die B12-Verbindungen in Sauerkraut, Algen oder Shiitake kann der Mensch nicht verwerten. Wer sich vegan ernährt, sollte deshalb laut DGE ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen.
Schwangerschaft und Kinderwunsch
In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Folat auf 550 µg, in der Stillzeit liegt er bei 450 µg. Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollen laut DGE zusätzlich 400 µg Folsäure als Präparat einnehmen – mindestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Drittels. Das senkt das Risiko für Fehlbildungen wie den offenen Rücken. Auch Vitamin C wird mehr gebraucht: 105 mg ab dem vierten Monat, 125 mg in der Stillzeit. Wann welches Schwangerschaftsdrittel beginnt, zeigt die SSW-Tabelle.
Häufige Fragen
Wie viel Vitamin C brauche ich am Tag?
Welche Vitamine sind fettlöslich?
Welches Lebensmittel hat am meisten Vitamin C?
Was ist der Unterschied zwischen empfohlener Zufuhr und Schätzwert?
Brauchen Frauen und Männer gleich viele Vitamine?
Quellen
- DGE: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Übersicht (3. Auflage 2025)
- DGE: Referenzwerte Vitamin A
- DGE: Referenzwerte Vitamin D
- DGE: Referenzwerte Vitamin E
- DGE: Referenzwerte Vitamin K
- DGE: Referenzwerte Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6
- DGE: Referenzwerte Folat
- DGE: Referenzwerte Vitamin B12
- DGE: Referenzwerte Vitamin C
- Max Rubner-Institut: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0 (2025)