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Blutgruppen-Tabelle: Häufigkeit, Verträglichkeit und Vererbung
In Deutschland ist A positiv mit rund 37 % die häufigste Blutgruppe, knapp vor 0 positiv mit 35 %. Am seltensten ist AB negativ mit etwa 1 %. Rund 85 % der Menschen sind Rhesus-positiv. Die Anteile stammen von den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes.
Die weiteren Tabellen zeigen, welche Blutgruppen bei einer Übertragung roter Blutkörperchen zusammenpassen und welche Blutgruppe ein Kind je nach Blutgruppe der Eltern haben kann. Beides ist aus den Regeln des AB0- und des Rhesus-Systems berechnet.
- Häufigste Blutgruppe
- A positiv: 37 %
- Seltenste Blutgruppe
- AB negativ: 1 %
- Rhesus-negativ
- 15 %
- Universalspender (rote Blutkörperchen)
- 0 negativ
| Blutgruppe | Anteil in Deutschland (%) | Häufigkeit (etwa) | Verträgt rote Blutkörperchen von | Passende Spender in der Bevölkerung (%) |
|---|---|---|---|---|
| 0 positiv | 35 | 1 von 3 | 0+, 0− | 41 |
| 0 negativ | 6 | 1 von 17 | 0− | 6 |
| A positiv | 37 | 1 von 3 | 0+, 0−, A+, A− | 84 |
| A negativ | 6 | 1 von 17 | 0−, A− | 12 |
| B positiv | 9 | 1 von 11 | 0+, 0−, B+, B− | 52 |
| B negativ | 2 | 1 von 50 | 0−, B− | 8 |
| AB positiv | 4 | 1 von 25 | 0+, 0−, A+, A−, B+, B−, AB+, AB− | 100 |
| AB negativ | 1 | 1 von 100 | 0−, A−, B−, AB− | 15 |
Anteile: DRK-Blutspendedienste, gerundet. „Verträgt“ umfasst alle AB0- und Rhesus-verträglichen Gruppen; übertragen wird nach Möglichkeit die eigene Blutgruppe (siehe Matrix).
| Empfänger / Spender | 0+ | 0− | A+ | A− | B+ | B− | AB+ | AB− |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0+ | ja | ja | nein | nein | nein | nein | nein | nein |
| 0− | Notfall | ja | nein | nein | nein | nein | nein | nein |
| A+ | Ausnahme | Ausnahme | ja | ja | nein | nein | nein | nein |
| A− | Notfall | Ausnahme | Notfall | ja | nein | nein | nein | nein |
| B+ | Ausnahme | Ausnahme | nein | nein | ja | ja | nein | nein |
| B− | Notfall | Ausnahme | nein | nein | Notfall | ja | nein | nein |
| AB+ | Ausnahme | Ausnahme | Ausnahme | Ausnahme | Ausnahme | Ausnahme | ja | ja |
| AB− | Notfall | Ausnahme | Notfall | Ausnahme | Notfall | Ausnahme | Notfall | ja |
ja AB0-gleich und Rhesus-verträglich · Ausnahme andere, aber verträgliche AB0-Gruppe, nur in begründeten Fällen · Notfall Rhesus-positiv für Rhesus-negative Empfänger · nein AB0-unverträglich. Gilt für rote Blutkörperchen, nicht für Plasma.
Anteil der Bevölkerung mit AB0- und Rhesus-verträglicher Blutgruppe, je Empfänger-Blutgruppe.
| Elternteil 1 / Elternteil 2 | 0 | A | B | AB |
|---|---|---|---|---|
| 0 | 0 | 0, A | 0, B | A, B |
| A | 0, A | 0, A | 0, A, B, AB | A, B, AB |
| B | 0, B | 0, A, B, AB | 0, B | A, B, AB |
| AB | A, B | A, B, AB | A, B, AB | A, B, AB |
Hervorgehoben: nur eine Blutgruppe möglich. Berechnet aus allen Anlagenpaaren, die zur Blutgruppe der Eltern passen (A = AA oder A0, B = BB oder B0).
| Elternteil 1 / Elternteil 2 | Rhesus positiv | Rhesus negativ |
|---|---|---|
| Rhesus positiv | positiv oder negativ | positiv oder negativ |
| Rhesus negativ | positiv oder negativ | negativ |
AB0 und Rhesus: Was die Blutgruppe bedeutet
Die Blutgruppe beschreibt Merkmale auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Im AB0-System gibt es zwei davon, A und B: Wer A trägt, hat Blutgruppe A, wer beide trägt, AB, und wer keines hat, 0. Im Blutplasma finden sich – auch ohne vorherigen Kontakt – Antikörper gegen das Merkmal, das einem fehlt. Menschen mit Blutgruppe A haben also Antikörper gegen B. Passt eine Blutkonserve nicht, greifen diese Antikörper die fremden Blutkörperchen an; das kann eine lebensbedrohliche Transfusionsreaktion auslösen.
Das zweite wichtige Merkmal ist der Rhesusfaktor D. Wer ihn trägt, ist Rhesus-positiv. Rhesus-negative Menschen bilden Antikörper dagegen erst, wenn sie mit Rhesus-positivem Blut in Kontakt kommen, etwa durch eine Transfusion oder in der Schwangerschaft.
So liest Du die Verträglichkeits-Matrix
In den Zeilen steht die Blutgruppe des Empfängers, in den Spalten die des Spenders. Rote Blutkörperchen aus einer Spende, sogenannte Erythrozytenkonzentrate, werden in Deutschland AB0-gleich und möglichst Rhesus-verträglich übertragen. Eine andere, aber verträgliche AB0-Gruppe ist nur in begründeten, dokumentierten Ausnahmen vorgesehen. Wer A negativ hat, bekommt also am besten A negativ, ausnahmsweise 0 negativ.
Rhesus-positives Blut für Rhesus-negative Empfänger ist bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter außer in lebensbedrohlichen Lagen unbedingt zu vermeiden, weil die dann gebildeten Antikörper spätere Schwangerschaften gefährden können. Bei Männern und älteren Frauen kommt es in Betracht, wenn Rhesus-negatives Blut knapp ist; zwei bis vier Monate später wird auf Antikörper kontrolliert. Vor jeder Transfusion prüft das Labor die Verträglichkeit mit einer Kreuzprobe, am Krankenbett folgt der Bedside-Test.
Universalspender, Universalempfänger und Plasma
Rote Blutkörperchen der Gruppe 0 negativ tragen weder A noch B noch D. Sie passen deshalb zu allen Empfängern und werden im Notfall eingesetzt, wenn keine Zeit bleibt, die Blutgruppe zu bestimmen. Umgekehrt verträgt ein Mensch mit AB positiv rote Blutkörperchen aller Gruppen. Das zweite Diagramm zeigt, was das praktisch heißt: Für AB positiv kommen Spenden von 100 % der Bevölkerung infrage, für 0 negativ nur von 6 %.
Beim Blutplasma ist es umgekehrt, denn dort kommt es auf die Antikörper an. Plasma der Gruppe AB enthält weder Antikörper gegen A noch gegen B und passt deshalb zu allen AB0-Gruppen. Auch hier wird aber nach Möglichkeit die eigene Blutgruppe übertragen.
Wie Blutgruppen vererbt werden
Jeder Mensch hat zwei Anlagen für die AB0-Blutgruppe, eine von jedem Elternteil. A und B setzen sich gegen 0 durch, untereinander sind sie gleichberechtigt: A und 0 ergibt Blutgruppe A, A und B ergibt AB. Die Blutgruppe verrät deshalb nicht immer die Anlagen. Wer Blutgruppe A hat, kann eine 0 tragen und weitergeben – so bekommen zwei Eltern mit Blutgruppe A manchmal ein Kind mit Blutgruppe 0.
Die Vererbungstabelle spielt alle Kombinationen durch. Eltern mit A und B können Kinder mit 0, A, B, AB haben, also mit jeder Blutgruppe. Eltern mit AB und 0 bekommen dagegen nur Kinder mit A oder B. Beim Rhesusfaktor setzt sich D durch: Sind beide Eltern Rhesus-negativ, ist auch das Kind Rhesus-negativ; in allen anderen Fällen ist beides möglich.
Grenzen und Sonderfälle
Die Vererbungstabelle folgt den Grundregeln. Sehr seltene Varianten wie der Bombay-Typ, den weltweit nur rund 20.000 Menschen haben, können davon abweichen. Als Vaterschaftsnachweis taugen Blutgruppen deshalb nicht; dafür gibt es DNA-Gutachten.
Neben AB0 und Rhesus gibt es viele weitere Blutgruppenmerkmale, die bei Transfusionen und in der Schwangerschaft eine Rolle spielen können. Deine eigene Blutgruppe findest Du zum Beispiel im Mutterpass oder im Blutspendeausweis. Ob eine Blutkonserve zu Dir passt, entscheidet immer das Labor.
Häufige Fragen
Welche Blutgruppe ist in Deutschland am seltensten?
Welche Blutgruppe kann allen spenden?
Können Eltern mit Blutgruppe A ein Kind mit Blutgruppe 0 bekommen?
Können zwei Rhesus-negative Eltern ein Rhesus-positives Kind haben?
Welche Blutgruppe darf ich bei einer Transfusion bekommen?
Quellen
- DRK-Blutspendedienste: Verteilung von Blutgruppen
- Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes: Verteilung der Blutgruppen
- DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen: Wissenswertes über Blut und Blutgruppen (Vererbung, Rhesus)
- DRK-Blutspende-Magazin: Blutgruppe AB (Plasma, Bombay-Typ)
- DRK-Blutspendedienst West: Gebrauchs- und Fachinformation Erythrozytenkonzentrat (AB0-gleiche Gabe, Rhesus-Regeln)
- Bundesärztekammer: Querschnitts-Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten, Gesamtnovelle 2020