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Ruhepuls-Tabelle: normaler Puls nach Alter
Bei Erwachsenen gilt ein Ruhepuls von 60 bis 100 Schlägen pro Minute als normal, typisch sind 60 bis 80. Bei Kindern schlägt das Herz deutlich schneller: Für Säuglinge im Alter von einem Monat nennt die Leitlinie des European Resuscitation Council (ERC) 110 bis 180 Schläge, für ein zehnjähriges Kind 60 bis 120. Liegt der Ruhepuls eines Erwachsenen dauerhaft über 100, spricht man von Tachykardie, unter 60 von Bradykardie – bei Sportlern ist ein so niedriger Puls oft normal.
- Erwachsene
- 60–100 Schläge/min
- typischer Ruhepuls
- 60–80 Schläge/min
- Säugling (1 Monat)
- 110–180 Schläge/min
- Ausdauertrainierte
- teils nur 40–45
| Alter | Untergrenze (Schläge/min) | Obergrenze (Schläge/min) | Quelle | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Säugling, 1 Monat | 110 | 180 | ERC 2021 | Median bei Geburt 127, Höchstwert um den 1. Monat 145 (Fleming 2011) |
| Kleinkind, 1 Jahr | 100 | 170 | ERC 2021 | der Puls sinkt in den ersten Lebensjahren deutlich |
| Kleinkind, 2 Jahre | 90 | 160 | ERC 2021 | Median mit 2 Jahren 113 (Fleming 2011) |
| Kind, 5 Jahre | 70 | 140 | ERC 2021 | Fieber und Angst erhöhen den Puls |
| Kind, 10 Jahre | 60 | 120 | ERC 2021 | danach schrittweise Übergang zu den Erwachsenenwerten |
| Erwachsene | 60 | 100 | Schweiz. Herzstiftung, MSD Manual | typisch sind etwa 60 bis 80 Schläge (gesund.bund.de) |
| Ältere Erwachsene | 60 | 100 | wie Erwachsene | keine eigenen Grenzwerte; Medikamente wie Betablocker senken den Puls |
Kinderwerte: altersspezifische Normwerte der ERC-Leitlinien 2021. Zwischen den genannten Altersstufen gehen die Werte fließend ineinander über.
Kinder nach ERC-Leitlinien 2021, Erwachsene 60 bis 100.
| Ruhepuls (Schläge/min) | Einordnung | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| unter 40 | sehr niedrig | auch für Trainierte ungewöhnlich – ärztlich abklären lassen, besonders bei Schwindel oder Schwäche |
| 40 – 59 | Bradykardie (klassische Grenze: unter 60) | bei Ausdauertrainierten und im Schlaf oft harmlos; ohne Training und mit Beschwerden abklären lassen |
| 60 – 80 | normal | typischer Ruhepuls gesunder Erwachsener |
| 81 – 100 | normal | noch im Normbereich; vorübergehend höher etwa durch Stress, Koffein oder Fieber |
| über 100 | Tachykardie | in Ruhe immer ärztlich abklären lassen, vor allem wenn der Wert dauerhaft so hoch ist |
Farben: normal niedrig, oft harmlos abklären lassen · Die US-Leitlinie von 2018 wertet erst einen Puls unter 50 als möglichen Hinweis auf eine Störung des Sinusknotens.
| Schläge in 30 Sekunden | Ruhepuls (Schläge/min) | Einordnung |
|---|---|---|
| 18 | 36 | sehr niedrig – abklären |
| 19 | 38 | sehr niedrig – abklären |
| 20 | 40 | niedrig (Bradykardie) |
| 21 | 42 | niedrig (Bradykardie) |
| 22 | 44 | niedrig (Bradykardie) |
| 23 | 46 | niedrig (Bradykardie) |
| 24 | 48 | niedrig (Bradykardie) |
| 25 | 50 | niedrig (Bradykardie) |
| 26 | 52 | niedrig (Bradykardie) |
| 27 | 54 | niedrig (Bradykardie) |
| 28 | 56 | niedrig (Bradykardie) |
| 29 | 58 | niedrig (Bradykardie) |
| 30 | 60 | typischer Ruhepuls |
| 31 | 62 | typischer Ruhepuls |
| 32 | 64 | typischer Ruhepuls |
| 33 | 66 | typischer Ruhepuls |
| 34 | 68 | typischer Ruhepuls |
| 35 | 70 | typischer Ruhepuls |
| 36 | 72 | typischer Ruhepuls |
| 37 | 74 | typischer Ruhepuls |
| 38 | 76 | typischer Ruhepuls |
| 39 | 78 | typischer Ruhepuls |
| 40 | 80 | typischer Ruhepuls |
| 41 | 82 | noch normal |
| 42 | 84 | noch normal |
| 43 | 86 | noch normal |
| 44 | 88 | noch normal |
| 45 | 90 | noch normal |
| 46 | 92 | noch normal |
| 47 | 94 | noch normal |
| 48 | 96 | noch normal |
| 49 | 98 | noch normal |
| 50 | 100 | noch normal |
| 51 | 102 | hoch (Tachykardie) |
| 52 | 104 | hoch (Tachykardie) |
| 53 | 106 | hoch (Tachykardie) |
| 54 | 108 | hoch (Tachykardie) |
| 55 | 110 | hoch (Tachykardie) |
Ruhepuls = gezählte Schläge in 30 Sekunden × 2. Bei unregelmäßigem Puls besser eine volle Minute zählen.
So liest Du die Ruhepuls-Tabelle
Die erste Tabelle zeigt, in welchem Bereich der Puls in einem bestimmten Alter normalerweise liegt. Die Werte für Kinder stammen aus den Leitlinien des European Resuscitation Council von 2021, die der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) auf Deutsch herausgegeben hat. Ein Beispiel: Ein fünfjähriges Kind mit 95 Schlägen pro Minute liegt gut im Bereich von 70 bis 140; für einen Erwachsenen wäre derselbe Wert schon am oberen Rand.
Kinder haben einen deutlich höheren Puls als Erwachsene. Eine große Übersichtsarbeit mit Daten von über 140.000 Kindern (Fleming 2011) zeigt den Verlauf: Der mittlere Puls steigt von 127 Schlägen bei der Geburt auf 145 im ersten Lebensmonat und sinkt bis zum zweiten Geburtstag auf 113. Danach fällt er bis ins Jugendalter weiter.
Normaler Ruhepuls bei Erwachsenen und im Alter
Für Erwachsene nennen die Schweizerische Herzstiftung und das MSD Manual 60 bis 100 Schläge pro Minute als normalen Ruhepuls. Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums beschreibt etwa 60 bis 80 Schläge als üblich. Für Seniorinnen und Senioren gibt es keinen eigenen Normbereich, es gelten dieselben Grenzen. Anders ist es beim Maximalpuls, der mit jedem Lebensjahr sinkt.
Wichtig ist, ob ein Wert dauerhaft auffällt. Ein einzelner hoher Wert nach Treppensteigen, Kaffee oder Ärger ist normal. Wer in Ruhe wiederholt über 100 liegt oder bei sehr niedrigem Puls Schwindel, Atemnot oder Aussetzer spürt, sollte das ärztlich abklären lassen. Medikamente wie Betablocker senken den Puls gezielt; dann gelten die Tabellenwerte nicht.
Niedriger Puls bei Sportlern
Ausdauertraining macht das Herz kräftiger: Es pumpt mit jedem Schlag mehr Blut und braucht dafür weniger Schläge. Laut Schweizerischer Herzstiftung kann der Ruhepuls bei trainierten Menschen bei nur 40 bis 45 Schlägen liegen. Formal ist das eine Bradykardie, gesundheitlich aber meist harmlos. Die klassische Grenze von 60 Schlägen wird zudem nicht überall gleich gezogen: Die amerikanische Leitlinie von 2018 wertet erst einen Puls unter 50 als möglichen Hinweis auf eine Störung des Sinusknotens.
Ein Ruhepuls unter 40 ist dagegen auch für Sportler ungewöhnlich. Den Ruhepuls brauchst Du außerdem, um Pulszonen mit der Karvonen-Formel zu berechnen – mehr dazu in der Trainingspuls-Tabelle.
Ruhepuls richtig messen
Miss Deinen Ruhepuls morgens kurz nach dem Aufwachen in Ruhe, bevor Du Kaffee trinkst. Leg zwei oder drei Finger an die Innenseite des Handgelenks unterhalb des Daumens, zähle die Schläge 30 Sekunden lang und verdopple das Ergebnis:
Ruhepuls = gezählte Schläge in 30 Sekunden × 2
Bei 34 gezählten Schlägen sind das 68 pro Minute – ein typischer Ruhepuls. Die dritte Tabelle nimmt Dir die Rechnung ab. Weil der Wert von Tag zu Tag schwankt, nimm den Mittelwert aus mehreren Morgen. Fitnessuhren ermitteln den Ruhepuls teils im Schlaf – vergleiche deshalb nur Werte, die auf dieselbe Weise gemessen wurden.
Was den Ruhepuls beeinflusst
- Trainingszustand: Regelmäßiges Ausdauertraining senkt den Ruhepuls.
- Stress und Aufregung: Sie treiben den Puls nach oben, auch beim Messen in der Arztpraxis.
- Koffein und Nikotin: Beide erhöhen kurzfristig die Herzfrequenz – wie viel Koffein in Getränken steckt, zeigt die Koffein-Tabelle.
- Fieber: Bei erhöhter Temperatur schlägt das Herz schneller – miss den Ruhepuls deshalb nicht, wenn Du krank bist.
- Erkrankungen und Medikamente: Schilddrüsenüberfunktion und Herzrhythmusstörungen können den Puls erhöhen, Betablocker senken ihn.
Den Blutdruck misst Du am besten gleich mit – die Grenzwerte stehen in der Blutdruck-Tabelle.
Häufige Fragen
Welcher Ruhepuls ist normal?
Ab wann ist der Ruhepuls zu hoch?
Ist ein Ruhepuls von 50 gefährlich?
Ändert sich der Ruhepuls mit dem Alter?
Wie messe ich meinen Ruhepuls?
Quellen
- Van de Voorde P et al.: Lebensrettende Maßnahmen bei Kindern (Paediatric Life Support, PLS). Leitlinien des ERC 2021, Notfall + Rettungsmedizin 24 (2021), Tab. 2
- Fleming S et al.: Normal ranges of heart rate and respiratory rate in children from birth to 18 years. Lancet 2011 (PMC)
- Schweizerische Herzstiftung: Herzrhythmusstörungen, Patientenbroschüre (2024)
- MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Übersicht über Herzrhythmusstörungen
- gesund.bund.de: Herzrhythmusstörungen
- Pharmazeutische Zeitung: Den Puls richtig messen (27.12.2022)
- CardioSmart (American College of Cardiology): Bradycardia Guideline 2018